Mindestens 25 Tote bei bewaffneten Überfällen auf Dörfer in Nordost-Nigeria
Bewaffnete in militärähnlichen Uniformen stürmen Gemeinden im Bundesstaat Adamawa, töten Zivilisten und Soldaten

Mindestens 25 Menschen kamen ums Leben, nachdem bewaffnete Männer am späten Dienstagabend gut koordinierte Angriffe auf zwei Dörfer im Bundesstaat Adamawa, Nordost-Nigeria, verübten, so Anwohner und mit der Situation vertraute Beamte.
Die Gewalt traf Kirchinga im Bezirk Madagali sowie Garaha im benachbarten Bezirk Hong. Beide Gemeinden liegen nur einen Steinwurf vom Sambisa-Wald entfernt, einer berüchtigten Hochburg, die lange mit islamistischen militanten Gruppen in Verbindung gebracht wurde. Und hier nimmt die Sache eine beunruhigende Wendung: Augenzeugen berichteten Reuters, dass die Angreifer, die in Kirchinga einfielen, Uniformen trugen, die denen des Militärs ähnelten. Dieses kleine Detail verunsicherte einige Dorfbewohner zunächst; sie hielten die Angreifer für legitimes Sicherheitspersonal.
Doch Abubakar Lawan Kanuri, der Dorfvorsteher von Kirchinga, berichtete, dass schließlich 18 Leichen geborgen wurden, nachdem bewaffnete Männer durch das Dorf gefegt waren und wahllos um sich geschossen hatten. In Garaha war die Geschichte nicht weniger düster. Mindestens sieben Menschen starben, als Dutzende bewaffneter Männer, lokalen Schätzungen zufolge auf mehr als 50 Motorrädern, in die Stadt stürmten. Berichten zufolge zielten diese Angreifer auch auf eine nahegelegene Militärbasis; drei Soldaten wurden bei diesem Zusammenstoß getötet.
Vier Zivilisten überlebten ebenfalls nicht; sie wurden erschossen, als sie verzweifelt versuchten, dem Chaos zu entkommen. Erschwerend kam hinzu, dass ein Schulgebäude inmitten des Chaos in Flammen aufging. Was die Verantwortlichkeit betrifft: Das bleibt Spekulation; die Gruppe hinter diesen Überfällen wurde noch nicht identifiziert (keine große Überraschung, wenn man bedenkt, wie die Dinge im Sambisa-Wald ablaufen). Aufständische Gewalt ist in diesem Teil Nigerias nichts Neues; extremistische Gruppierungen haben das Leben hier seit Jahren überschattet.
Der Gouverneur des Bundesstaates Adamawa, Ahmadu Umaru Fintiri, äußerte sich über seinen Sprecher via Facebook und nahm kein Blatt vor den Mund, was die Ereignisse betrifft. Er bezeichnete diese Angriffe als „feige Terrorakte“ und versprach schnelle Maßnahmen der Behörden, um die Stabilität in den erschütterten Gemeinden wiederherzustellen. Seine Botschaft war unmissverständlich: „Wir werden nicht zulassen, dass Terroristen unsere Bemühungen untergraben, Frieden und Stabilität wiederherzustellen.“ Er warnte die Täter zudem: Wer so weitermacht, wird Konsequenzen tragen. Im weiteren Kontext betrachtet haben sowohl Nigerias Nordwest- als auch Nordostregionen in letzter Zeit Wellen gewalttätiger Überfälle und Entführungen erlebt, ein Trend, der kaum Anzeichen einer Verlangsamung zeigt. Bewaffnete Gruppen (von Einheimischen oft „Banditen“ genannt) nehmen weiterhin Dörfer, Schulen ins Visier, selbst religiöse Zentren bleiben nicht verschont.
Allein im Februar berichteten Medien, dass mutmaßliche Lakurawa-Milizionäre mehrere Dörfer im Bundesstaat Kebbi angriffen; mindestens 34 Menschen überlebten diese Vorfälle ebenfalls nicht (eine ernüchternde Erinnerung daran, dass dies nur ein Teil des Gesamtbilds ist). Sicherheitskräfte geben an, ihre Operationen in den betroffenen Gebieten verstärkt zu haben; doch wenn man die dort lebenden Menschen fragt, werden sie einem sagen, dass Angriffe allzu oft ohne Vorwarnung stattfinden. Bislang gibt es keine offizielle Zählung der Behörden bezüglich der Opfer, die speziell mit den Ereignissen vom Dienstagabend in Verbindung stehen, und die Ermittlungen dauern noch an, während ich dies schreibe.