Eine schnellere Route nach Machu Picchu weckt Befürchtungen um Perus fragiles Erbe

Ein lange verzögertes Flughafenprojekt nahe dem Heiligen Tal könnte die Besucherzahlen nach Machu Picchu dramatisch erhöhen – was wirtschaftliche Hoffnungen weckt, aber auch Bedenken hinsichtlich des Kulturerbes, der Wasserversorgung und der Überfüllung verstärkt.

Green agricultural terraces ascend a steep mountain slope under a partly cloudy blue sky.

Perus ikonischste archäologische Stätte, Machu Picchu, steht kurz davor, deutlich zugänglicher zu werden. Eine Entwicklung, die eine lange währende Debatte darüber neu entfacht, wie viel Tourismus die alte Zitadelle – und ihre Umgebung – vernünftigerweise verkraften kann. Ein neuer Flughafen, der nahe dem Heiligen Tal geplant ist, soll die Reisezeiten zur Inka-Stätte aus dem 15. Jahrhundert erheblich verkürzen und könnte laut peruanischen Behörden noch in diesem Jahrzehnt in Betrieb gehen.

Machu Picchu zieht bereits jährlich über 1,5 Millionen Besucher an und ist damit die führende Touristenattraktion des Landes. Die Anreise dorthin bleibt jedoch eine logistische Herausforderung. Die meisten Reisenden kommen über Lima an, fliegen dann weiter nach Cusco und reisen anschließend mit dem Zug oder Bus in die Stadt Aguas Calientes, bevor sie den letzten Aufstieg zu den Ruinen machen. Andere entscheiden sich für eine mehrtägige Wanderung durch die Anden. Die Reise ist lang, manchmal anstrengend und für viele Besucher zutiefst unvergesslich – ein Ansatz, der den ursprünglichen Zweck der Zitadelle als abgelegene Hochsiedlung, versteckt in einem Nebelwald, widerspiegelt.

Diese relative Isolation könnte bald der Vergangenheit angehören. Der vorgeschlagene internationale Flughafen Chinchero, in der Nähe der historischen Andenstadt Chinchero gelegen, würde Reisenden ermöglichen, sowohl Lima als auch Cusco zu umgehen und die Reisezeit um Stunden zu verkürzen. Nach Jahrzehnten, die von Verzögerungen, Finanzierungsproblemen und Korruptionsskandalen geprägt waren, geben Beamte nun an, dass der Bau Ende 2027 abgeschlossen sein soll. Der Flughafen ist darauf ausgelegt, bis zu acht Millionen Passagiere pro Jahr abzufertigen, und einige von der BBC berichtete Prognosen deuten darauf hin, dass die Besucherzahl in der Region um bis zu 200 Prozent steigen könnte. Diese Zahlen sind Schätzungen und keine bestätigten Ergebnisse, aber sie untermauern sowohl den Optimismus als auch die Besorgnis rund um das Projekt.

Befürworter argumentieren, dass der Flughafen der unterentwickelten Region lang ersehnte wirtschaftliche Vorteile bringen würde, von Bauarbeitsplätzen bis hin zum Wachstum in Hotels, Transportdiensten und tourismusbezogenen Unternehmen. Für ein Land, in dem der Tourismus eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielt, wird ein schnellerer Zugang zu seiner berühmtesten Stätte von den Befürwortern als offensichtlicher Vorteil angesehen.

Der Widerstand ist jedoch laut und hartnäckig. Indigene Gemeinschaften, Archäologen und Umweltschützer warnen, dass Machu Picchu bereits an seine Grenzen stößt. Strenge tägliche Besucherbeschränkungen und ein streng kontrolliertes Buchungssystem sind vorhanden, um Überfüllung zu vermeiden, was Bedenken hinsichtlich Erosion und struktureller Belastung der Ruinen widerspiegelt. Kritiker sagen, dass ein starker Anstieg der Ankünfte immensen Druck auf die Stätte und das gesamte Heilige Tal ausüben würde, eine Landschaft, die dicht mit Inka-Straßen, landwirtschaftlichen Terrassen, Bewässerungssystemen und archäologischen Überresten ist, die das bilden, was Experten als eine kontinuierliche, gebaute Umwelt beschreiben.

Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der physischen Ausdehnung des Flughafens und der Flugrouten. Gegner argumentieren, dass Flugzeuge tief über nahegelegene archäologische Gebiete, einschließlich Ollantaytambo, fliegen würden, was potenziell irreversible Schäden verursachen könnte. Die Rodung von Land für Start- und Landebahnen und die damit verbundene Infrastruktur könnte Inka-zeitliche Merkmale direkt beeinträchtigen, die im Gelände eingebettet sind. Umweltschutzgruppen fügen hinzu, dass erhöhter Luft- und Straßenverkehr den Charakter der Region grundlegend verändern würde, indem landwirtschaftliche Traditionen durch Hotels und Transportkorridore ersetzt würden.

Wasser ist ein weiterer Brennpunkt. Umweltschützer befürchten, dass der Flughafenbau und die dadurch angezogene Entwicklung bereits begrenzte Ressourcen belasten könnten, indem sie Wasser aus dem Einzugsgebiet des Piuray-Sees entnehmen, der fast die Hälfte des Wassers von Cusco liefert. Die Abfallwirtschaft stellt eine parallele Herausforderung dar: bestehende Systeme sind Berichten zufolge überlastet, und die Recycling-Infrastruktur in der Region ist minimal.

Der Flughafen bleibt vorerst unvollendet, und seine zukünftigen Auswirkungen sind ungewiss. Befürworter sehen ein Tor zum Wohlstand; Gegner sehen eine langsame Erosion des kulturellen und ökologischen Erbes. Wie in den letzten Jahrzehnten immer wieder geschehen, könnte das Schicksal des Projekts weniger von Ehrgeiz abhängen als davon, ob es die politischen, logistischen und sozialen Hindernisse überwinden kann, die Machu Picchu bisher nur schwer erreichbar gemacht haben.

© The Alpine Weekly Newspaper Limited 2026