Der Traum vom Eigenheim schwindet für Millionen in Europa

Steigende Preise und langsames Einkommenswachstum lassen fast die Hälfte der Nicht-Eigentümer zweifeln, ob sie jemals ein Eigenheim kaufen werden.

Für einen wachsenden Teil der Europäer ist der Besitz eines Eigenheims kein realistisches Ziel mehr – oder nicht einmal ein attraktives. Eine neue Umfrage deutet darauf hin, dass fast die Hälfte der Menschen in Europa, die derzeit keine Immobilie besitzen, entweder glauben, niemals ein Eigenheim kaufen zu können oder einfach kein Interesse daran haben. Dies verdeutlicht, wie stark sich Erschwinglichkeitsprobleme und Wohnungskulturen auf dem gesamten Kontinent unterscheiden.

Laut dem RE/MAX European Housing Trend Report 2025, der auf einer im August in 23 Ländern durchgeführten Umfrage basiert, fallen 44 % der Nicht-Eigenheimbesitzer in eine dieser beiden Kategorien. Im Durchschnitt gaben fast drei von zehn Befragten offen an, dass sie nicht erwarten, jemals eine Immobilie erwerben zu können. Dieser Pessimismus ist in Teilen Mittel- und Westeuropas am ausgeprägtesten, wo hohe Preise, langsames Lohnwachstum und lange Sparzeiten den Erwerb zunehmend außer Reichweite gerückt haben.

Der Anteil der Menschen, die glauben, niemals ein Eigenheim kaufen zu können, erreicht in Tschechien mit 44 % der Befragten den höchsten Wert. Vergleichbare Werte wurden in Slowenien, Italien, Malta, Irland, Polen und Ungarn verzeichnet, die alle bei etwa einem Drittel oder mehr lagen. Im Gegensatz dazu sticht die Türkei am anderen Ende der Skala hervor, mit nur 13 %, die dieselbe Ansicht äußern.

Wenn Pessimismus mit Desinteresse kombiniert wird, wird das Bild noch deutlicher. In Deutschland geben fast sechs von zehn Nicht-Eigentümern an, entweder nicht in der Lage oder nicht willens zu sein, ein Eigenheim zu kaufen, gefolgt von Österreich, Tschechien, den Niederlanden und der Schweiz, die alle über der 50 %-Marke liegen. Am entgegengesetzten Ende verzeichnen Luxemburg und Litauen weitaus niedrigere Werte, während die Türkei erneut als Ausreißer hervorgeht, wobei weniger als einer von fünf Befragten Zweifel daran äußert, jemals ein Eigenheim zu besitzen.

Unter den größten Volkswirtschaften Europas zeigt Italien das höchste Maß an Entmutigung, während Spanien und Frankreich widerstandsfähiger erscheinen, wobei nur etwa ein Viertel der Nicht-Eigentümer glaubt, dass der Erwerb dauerhaft unerreichbar ist. Das Vereinigte Königreich liegt nahe am europäischen Durchschnitt. Laut RE/MAX Europe spiegelt die Divergenz mehr als nur die Immobilienpreise wider. Das langsame Wirtschaftswachstum in weiten Teilen Europas hat das Einkommenswachstum begrenzt, während die Immobilienwerte weiter gestiegen sind, was die Erschwinglichkeit selbst in Ländern mit relativ stabilen Arbeitsmärkten beeinträchtigt. An Orten wie Deutschland, Österreich und Tschechien haben steigende Preise und längere Sparhorizonte viele Haushalte dazu veranlasst, sich ganz von der traditionellen Wohnungsleiter zu verabschieden.

Desinteresse am Kauf spielt, obwohl geringer im Ausmaß, ebenfalls eine Rolle. Rund 15 % der Befragten gaben an, kein Interesse am Besitz eines Eigenheims zu haben, wobei Deutschland erneut die Liste anführt. In Ländern mit starkem Mieterschutz und gut entwickelten Mietmärkten wird Mieten weithin als stabile und sozial akzeptable langfristige Option angesehen, was den Kaufzwang reduziert. Flexibilität, Vermeidung von Wartungspflichten und die hoch wahrgenommenen Kosten des Eigentums fließen ebenfalls in diese Entscheidung ein. Die Position der Türkei bleibt ungewöhnlich. Trotz hoher Inflation und finanzieller Volatilität wird Eigentum dort immer noch weitgehend als verlässlicher Wertspeicher angesehen, was starke Eigenheimwünsche aufrechterhält. Spanien zeigt eine ähnliche Bindung an das Eigentum, wo Wohnraum weiterhin als Säule der langfristigen Sicherheit angesehen wird, selbst inmitten strengerer Hypothekenbedingungen.

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass der Eigenheimbesitz in Europa einen stillen Wandel durchmacht. Obwohl er für viele ein Ziel bleibt, wird er zunehmend durch eine finanzielle Brille und nicht mehr als universeller sozialer Meilenstein beurteilt. Da fast 70 % der EU-Bürger immer noch Eigentümer ihrer Häuser sind, könnte die Kluft zwischen Eigentümern und Mietern zu einer der prägendsten wirtschaftlichen und sozialen Bruchlinien des kommenden Jahrzehnts.

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