Schweizer Parlamentarier Eric Nussbaumer tritt nach 18 Jahren im Nationalrat zurück

Der Sozialdemokrat terminiert seinen Abgang mit der Unterzeichnung neuer bilateraler Abkommen mit der EU

Nach fast zwei Jahrzehnten im Parlament wird Eric Nussbaumer, ein Sozialdemokrat, der sich für engere Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union einsetzte, Ende April aus dem Nationalrat zurücktreten.

Seit 2007 vertrat er Basel-Landschaft, doch nun bestätigte er gegenüber CH Media, dass es Zeit sei, weiterzuziehen. Der Zeitpunkt ist für aufmerksame Beobachter nicht zufällig: Diesen Montag, während Nussbaumer seinen Abschied nimmt, bereitet sich der Schweizer Bundesrat darauf vor, das sogenannte «Bilaterale III»-Paket mit der EU zu unterzeichnen. Es soll die Beziehungen zwischen Bern und Brüssel auffrischen und stabilisieren.

Wer seine Karriere verfolgt hat, weiss, dass Nussbaumer stets eine starke pro-europäische Politik verfolgte und oft eine engere Zusammenarbeit mit Brüssel in Bezug auf Wirtschaftsbeziehungen oder institutionelle Rahmenbedingungen forcierte.

Einige seiner Kritiker nannten ihn «EU-Turbo», ein Spitzname, der länger haften blieb, als ihm lieb war. Selbst innerhalb seiner eigenen Partei, der SP, sind sich nicht alle einig in Bezug auf Europa; die Debatte über die Integration war auch dort ziemlich lebhaft. Im Gespräch mit CH Media über die Abläufe hinter den Kulissen machte Nussbaumer deutlich, dass dies keine spontane Entscheidung war. Er koordinierte sich eng mit der SP-Führung, bevor er etwas öffentlich bekannt gab: «Ich verdanke der SP sehr viel, daher war mir klar, dass ich sie in die Entscheidung einbeziehen würde», erklärte er. Was genau sind also diese Bilateralen III-Abkommen..

Kurz gesagt: Sie sollen das Flickwerk bilateraler Abkommen der Schweiz aktualisieren, die alles von Marktzugang und Mobilität bis hin zu Forschungspartnerschaften regeln. Man kann sie eher als eine umfassende Überarbeitung denn als kleine Anpassungen verstehen. Der Hintergrund ist wichtig: Bereits 2021 scheiterten Gespräche über einen umfassenderen institutionellen Rahmen spektakulär (keine Übertreibung), was eine weitere Runde der politischen Selbstreflexion darüber auslöste, wie sich die Schweiz künftig zu ihrem wichtigsten Handelspartner verhalten sollte. Wenn jemand im Rahmen des Schweizer Proporzsystems zurücktritt, bleibt sein Sitz nicht lange leer; er geht automatisch an den Nächstplatzierten auf der Parteiliste. Das bedeutet, Miriam Locher wird für Basel-Landschaft übernehmen, sobald Nussbaumer abtritt. Mit seinem Abgang verliert das Parlament eine seiner erfahrensten Stimmen in europäischen Angelegenheiten, eine Persönlichkeit, die sich regelmässig nicht nur zur Politik gegenüber Brüssel, sondern auch zu allen möglichen Legislativdebatten äusserte.

Und seien wir ehrlich: Angesichts der grossen Unsicherheit, die heute noch über der Schweizer Aussenpolitik schwebt und von Wählern wie Politikern genau beobachtet wird, wird sein Fehlen sofort spürbar sein.

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