Tödliche Bootskollision vor Chios: Dutzende Migranten tot und verletzt

Eine Kollision zwischen einem Migrantenboot und der griechischen Küstenwache nahe der Insel Chios hat eine große Rettungsaktion ausgelöst, die Zahl der Todesopfer steigt weiter an.

Two crowded inflatable boats filled with people in life vests on the open sea.

Ein Seeunfall vor der griechischen Insel Chios hat zu mehreren Toten und Verletzten geführt, nachdem ein Migrantenboot mit einem Patrouillenschiff der griechischen Küstenwache kollidiert war, wie Rettungsdienste und griechische Medien berichten.

Rettungsteams haben bisher mindestens 14 Leichen aus dem Meer geborgen, während mehr als 20 Verletzte ins Krankenhaus auf der Insel gebracht wurden. Die Behörden warnten, dass die Zahl der Opfer steigen könnte, da noch mehrere Passagiere vermisst werden.

Erste Informationen deuten darauf hin, dass mehr als 35 Personen an Bord des kleinen Bootes waren, das aus der Türkei abgefahren war und auf dem Weg zur östlichen Ägäisinsel war. Ein Patrouillenboot der griechischen Küstenwache soll das Boot abgefangen und angewiesen haben, den Kurs zu ändern. Aus Gründen, die noch untersucht werden, kollidierten die beiden Schiffe daraufhin, wodurch mehrere Personen ins Wasser fielen.

Die Rettungsdienste haben Überlebende und Verletzte zum Hafen von Chios gebracht, wo Krankenwagen sie ins Krankenhaus der Insel transportieren. Medizinische Teams untersuchen weiterhin die eintreffenden Patienten, während die Behörden sich auf die Möglichkeit weiterer Opfer vorbereiten.

Als Reaktion auf die Kollision startete die griechische Küstenwache eine groß angelegte Such- und Rettungsaktion, die von der Luftwaffe unterstützt wird. Ein Hubschrauber, ausgestattet mit Wärmebildtechnologie, wurde eingesetzt, um das Gebiet abzusuchen, da befürchtet wird, dass einige Passagiere in den kalten Gewässern der Ägäis noch vermisst werden könnten.

Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Gefahren der irregulären Migrationsrouten zwischen der Türkei und Griechenland. Schleusernetzwerke versuchen häufig, Migranten über kurze, aber gefährliche Seewege zu griechischen Inseln nahe der türkischen Küste zu bringen. Laut Daten des UN-Flüchtlingshilfswerks haben seit Jahresbeginn fast 1.000 Migranten die Überfahrt zu den östlichen Ägäisinseln gewagt.

Die Ermittler arbeiten nun daran, zu klären, wie die Kollision zustande kam und ob die üblichen maritimen Verfahren eingehalten wurden. Bis diese Ergebnisse vorliegen, bleibt der genaue Hergang der Ereignisse unklar – obwohl die menschlichen Kosten bereits schmerzlich offensichtlich sind.

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