
Italienisches Alpentall beschränkt Zugang zu Instagram-berühmter Kirche
Lokale Behörden im Villnösstal führen Verkehrskontrollen ein, nachdem Anwohner sich über Überfüllung und Kurztourismus beschwert haben

Das alpine Villnösstal verschärft den Zugang zu einem seiner meistfotografierten Wahrzeichen, da die lokalen Behörden auf die wachsende Frustration über Staus, Parkplatzchaos und unerlaubtes Betreten von Grundstücken im Zusammenhang mit dem Social-Media-Tourismus reagieren.
Die Gemeinde Villnöss hat neue Beschränkungen für den Fahrzeugzugang zur Straße angekündigt, die zur kleinen Kirche Santa Maddalena führt, einem am Hang gelegenen Ort, der zu einem Magneten für Tagesausflügler geworden ist, die postkartenreife Bilder der Dolomiten suchen. Die Maßnahmen gelten von Mai bis November, der Hauptbesuchszeit.
Bürgermeister Peter Pernthaler sagte, die Entscheidung sei nach wiederholten Beschwerden von Anwohnern über Staus, Autos, die begrenzte Parkplätze blockierten, und Besucher, die Privatland betreten, um beliebte Aussichtspunkte zu erreichen, getroffen worden. Er beschrieb die Situation als nicht nachhaltig für eine kleine Gemeinde mit engen Straßen und begrenzter Infrastruktur.
Nach den neuen Regeln wird eine Schranke den Zugang nur für Anwohner und Hotelgäste beschränken. Mit dem Auto anreisende Besucher müssen auf ausgewiesenen Parkplätzen tiefer im Tal parken. Sobald diese voll sind, werden Autofahrer zu alternativen Parkplätzen weiter entfernt umgeleitet und ermutigt, ihren Weg zu Fuß fortzusetzen.
Der Gemeinderat hat die Einführung eines Buchungssystems für Parkplätze ausgeschlossen, plant aber, die Tagesgebühr, die derzeit bei 4 € liegt, zu erhöhen. Lokale Beamte sagen, dass die bestehende Gebühr wenig dazu beiträgt, schnelle Fotostopps abzuschrecken, die zwar viel Verkehr, aber nur begrenzten wirtschaftlichen Nutzen bringen.
Die Gemeinde befindet sich auch in Gesprächen mit der nahegelegenen Stadt Klausen, um einen Shuttlebus-Service einzurichten, der darauf abzielt, die Anzahl der privaten Fahrzeuge zu reduzieren, die die schmale Straße zur Kirche hinauffahren.
Pernthaler betonte, dass die Maßnahme nicht dazu gedacht sei, Besucher auszuschließen. Stattdessen sei sie darauf ausgelegt, die Ordnung wiederherzustellen und die Sicherheit sowohl für Anwohner als auch für Touristen zu verbessern. Ziel ist es, die Menschen dazu zu ermutigen, die Kirche zu Fuß zu erreichen, anstatt direkt zum Aussichtspunkt zu fahren.
An belebten Tagen kann die Gegend bis zu 600 Besucher anziehen – eine beträchtliche Zahl für ein Dorf dieser Größe. Während Anwohner an Tourismus gewöhnt sind, sagen Beamte, dass der jüngste Anstieg kurzer, durch soziale Medien angetriebener Besuche das Gleichgewicht gekippt hat.
Die globale Sichtbarkeit des Villnösstals lässt sich oft auf die Mitte der 2000er Jahre zurückführen, als Bilder der Kirche Santa Maddalena Berichten zufolge auf SIM-Karten eines chinesischen Mobilfunkbetreibers erschienen und weitreichendes Interesse weckten. Seitdem haben Plattformen wie Instagram ihre Attraktivität verstärkt und ein einst ruhiges Wanderziel in einen unverzichtbaren Fotostopp verwandelt.
Die Belastungen, denen das Villnösstal ausgesetzt ist, spiegeln eine größere Herausforderung in den gesamten Dolomiten wider, wo Gemeinden mit Übertourismus und dessen Auswirkungen auf das tägliche Leben zu kämpfen haben. Lokale Führer warnen, dass die Besucherzahlen weiter steigen könnten, da sich die Region auf die bevorstehenden Olympischen Winterspiele vorbereitet.
Vorerst, so die Beamten, seien die neuen Zugangskontrollen ein notwendiger Schritt, um sowohl die Landschaft als auch die Lebensqualität in einem der bekanntesten Täler Norditaliens zu schützen.
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