Eurovisions 70. Jubiläumstour auf Eis gelegt, löst Online-Fan-Empörung aus
Die verschobene Live-Tour zur Feier des Eurovision-Meilensteins hat Wut, Sarkasmus und eine erneute Prüfung der Ticketpreise ausgelöst, während sich die Organisatoren auf den Hauptwettbewerb konzentrieren.

Pläne, das 70-jährige Jubiläum des Eurovision Song Contest mit einer groß angelegten Live-Tour zu begehen, wurden auf unbestimmte Zeit verschoben, was zu heftigem Gegenwind von Fans führte und eine weitere Komplikation für ein ohnehin schon sensibles Jahr für die Organisatoren des Wettbewerbs darstellt.
Die Tour, die für den Sommer 2026 geplant war und zehn große europäische Städte, darunter London, Paris, Mailand, Amsterdam und Stockholm, besuchen sollte, wurde als Festveranstaltung angepriesen, die Eurovision-Künstler direkt zum Publikum bringen sollte. Stattdessen ist ihre Absage zu einem Sammelpunkt für Online-Frustration geworden, wobei sich ein Großteil der Kritik weniger auf die Entscheidung selbst als vielmehr auf das konzentriert, was Fans als Ursache dafür ansehen.
Auf allen sozialen Medien stellten Nutzer schnell die Erklärung der Organisatoren von „unvorhergesehenen Herausforderungen“ in Frage. Viele sahen die Verschiebung als Folge von Ticketpreisen, die laut einigen Fans überhöht waren, gepaart mit scheinbar begrenzter Nachfrage. Screenshots und Sitzpläne, die von Eurovision-Journalisten am Tag der Ankündigung geteilt wurden, zeigten eine große Anzahl unverkaufter Plätze an mehreren geplanten Veranstaltungsorten, was die Wahrnehmung verstärkte, dass die Tour Schwierigkeiten hatte, Anklang zu finden.
Die Online-Reaktion reichte von Enttäuschung bis hin zu offener Spott. Während einige Erleichterung darüber äußerten, dass das Projekt nicht in seiner ursprünglichen Form durchgeführt würde, argumentierten andere, dass das Konzept zu stark mit bestehenden Eurovision-bezogenen Veranstaltungen, insbesondere Konzerten mit ehemaligen Teilnehmern, überlappe. Es wurden auch Fragen bezüglich der Entscheidung aufgeworfen, einen Stopp in Amsterdam aufzunehmen, obwohl die Niederlande den Haupt-Eurovision-Wettbewerb weiterhin boykottieren.
Dieser breitere politische Kontext hat die Debatte nur noch verschärft. Mehrere Länder – darunter Spanien, die Niederlande, Slowenien, Island und Irland – haben eine Teilnahme am diesjährigen Eurovision ausgeschlossen und nannten ethische Bedenken im Zusammenhang mit Israels Teilnahme inmitten des Krieges in Gaza. Vor diesem Hintergrund wurde die Absage der Tour von einigen Fans als Symptom tieferer organisatorischer und reputativer Herausforderungen interpretiert, denen der Wettbewerb gegenübersteht.
Die Führung von Eurovision hat solchen Schlussfolgerungen widersprochen. In einer letzten Freitag veröffentlichten Erklärung sagte der Wettbewerbsdirektor, dass die Verschiebung auf ungelöste logistische und produktionstechnische Probleme zurückzuführen sei, trotz der Bemühungen der Organisatoren, Produzenten und Promoter. Er dankte den Fans, die bereits Tickets gekauft hatten, und betonte, dass die Tour eher ein zukünftiges Ziel als eine verworfene Idee bleibe.
Vorläufig, so die Organisatoren, habe sich alle Aufmerksamkeit wieder auf das Kernereignis verlagert. Der Eurovision Song Contest selbst soll am 16. Mai in Wien in einem großen Finale gipfeln, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Mehrere Länder, darunter Griechenland, Dänemark und Luxemburg, haben bereits ihre Vertreter bekannt gegeben, während andere noch dabei sind, ihre Beiträge in nationalen Vorausscheidungen auszuwählen.
Die BBC hat auch die Wahl des Vereinigten Königreichs bestätigt: Sam Battle, ein experimenteller Elektronikmusiker, online besser bekannt als LOOK MUM NO COMPUTER, dessen unkonventionelle Live-Auftritte und DIY-Ansatz eine große Fangemeinde angezogen haben.
Ob die Jubiläumstour in einer überarbeiteten Form zurückkehren wird, bleibt unklar. Offensichtlich ist jedoch, dass Eurovisions Versuch, über sein traditionelles Format hinauszuwachsen, mit Fanerwartungen, Preisrealitäten und einer politisch aufgeladenen Atmosphäre kollidiert ist – eine Kombination, die in einem Jubiläumsjahr wenig Raum für Fehltritte lässt.