
Nordkorea sagt überraschend den Pjöngjang-Marathon 2026 ab
Behörden streichen internationales Rennen ohne Erklärung, ausländische Läufer und Organisatoren im Unklaren gelassen

Nordkorea hat den Internationalen Pjöngjang-Marathon 2026 überraschend abgesagt, ohne eine klare Erklärung für die Entscheidung zu liefern, wodurch Organisatoren und Teilnehmer im Dunkeln tappen.
Die Absage wurde von Koryo Tours bestätigt, einem in Peking ansässigen Reiseunternehmen, das als offizieller Partner des Rennens fungiert und Teilnahmepakete für ausländische Läufer organisiert. Das Unternehmen teilte mit, dass es eine Benachrichtigung vom nordkoreanischen Leichtathletikverband erhalten habe, dass die Veranstaltung nicht wie geplant stattfinden werde.
Laut der von der Reiseagentur geteilten Nachricht wurde das Rennen „aus bestimmten Gründen“ abgesagt, wobei jedoch keine weiteren Details genannt wurden.
Der Pjöngjang-Marathon ist eine der wenigen internationalen Sportveranstaltungen, die regelmäßig in Nordkorea stattfinden. Im Jahr 1981 ins Leben gerufen, erinnert er an die Geburt des Gründers des Landes, Kim Il Sung, und findet traditionell jedes Jahr Anfang April statt.
Die Ausgabe 2026 war für den 5. April geplant gewesen.
Die kurze Mitteilung stammte Berichten zufolge vom Generalsekretär des nordkoreanischen Leichtathletikverbands und enthielt eine Danksagung an Elite- und Amateur-Läufer aus aller Welt, die Interesse an einer Teilnahme bekundet hatten.
Trotz der Danksagung erklärten die Organisatoren nicht, warum das Rennen abgesagt wurde.
Koryo Tours erklärte, die Entscheidung scheine auf einer höheren politischen Ebene getroffen worden zu sein und nicht von den Organisatoren der Veranstaltung selbst. Die Agentur fügte hinzu, dass sie bei den Behörden um Klärung bemüht sei, ihr jedoch mitgeteilt worden sei, dass die Absage endgültig sei.
Die plötzliche Ankündigung dürfte viele Läufer enttäuschen, die sich bereits für die Veranstaltung angemeldet haben.
Der Marathon war eine seltene Gelegenheit für ausländische Athleten, Nordkorea zu besuchen und an einem Sportereignis in dem stark kontrollierten Land teilzunehmen. Das Rennen umfasst mehrere Distanzen, von 5 Kilometern bis zur vollen Marathondistanz von 42,2 Kilometern.
Ausländische Teilnehmer reisen in der Regel über organisierte Reisepakete nach Pjöngjang. Koryo Tours bietet Marathonreisen an, die die Rennteilnahme mit geführten Besuchen ausgewählter Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt verbinden.
Pakete für das Rennen 2026 begannen bei 2.190 € für einen kurzen Aufenthalt in Pjöngjang und umfassten Unterkunft, Rennstart und Sightseeing-Aktivitäten. Laut der Agentur waren die Pakete bereits vor der Absage ausverkauft.
Das Unternehmen teilte mit, dass alle von den Teilnehmern geleisteten Anzahlungen zurückerstattet werden. Läufer haben auch die Möglichkeit, ihre Zahlung auf eine zukünftige Nordkorea-Reise oder ein Marathon-Event zu übertragen, falls sie dies bevorzugen.
Die Absage ist besonders überraschend, da das Rennen erst kürzlich wieder aufgenommen worden war. Der Pjöngjang-Marathon war während der COVID-19-Pandemie fünf Jahre in Folge ausgesetzt, da Nordkorea seine Grenzen schloss und den internationalen Reiseverkehr stark einschränkte.
Die Veranstaltung kehrte 2025 zurück und markierte eine der ersten Gelegenheiten, bei der ausländische Besucher wieder zur Teilnahme an einer öffentlichen Veranstaltung in das Land einreisen durften.
Derzeit bleibt unklar, ob die Absage mit logistischen Problemen, politischen Entscheidungen oder umfassenderen Beschränkungen des internationalen Reiseverkehrs zusammenhängt.
Die Organisatoren haben noch keinen Termin für den Marathon 2027 bekannt gegeben, was Unsicherheit darüber lässt, wann die Veranstaltung zurückkehren könnte.
Verfasst von Thorben Thiede
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