
Ausreden und Ausgaben: Liverpool und Forest suchen nach Ordnung in Anfield
Mit dünnen Kadern und drohendem Transfermarkt-Chaos sehen sich Andoni Iraola und Oliver Glasner dem Frühsaisondruck ausgesetzt.

Früh im Premier League-Kalender enthüllt die Frühsaison-Angst gerne die strukturellen Mängel ehrgeiziger Fußballprojekte. Wenn Liverpool am Samstag Nottingham Forest in Anfield empfängt, finden sich beide Trainer wieder, wie sie auf Pressekonferenzen Vorbehalte statt Siege verkünden.
Andoni Iraola, der sein Heimdebüt auf der Liverpooler Trainerbank gibt, versucht, einen ausgedünnten Kader zusammenzuflicken, nachdem er seine Saison mit einem 2:2-Unentschieden in Newcastle begann. Nach dem Abgang von Mohamed Salah fehlen den Reds Flügelspieler, und sie durchsuchen aktiv den Markt. Ziele wie Bradley Barcola von Paris Saint-Germain, Yankuba Minteh von Brighton und Ismaila Sarr von Crystal Palace kursieren weiterhin als Gerüchte, während potenzielle Abgänge wie Cody Gakpo – umworben von Manchester City und Tottenham – die operative Unsicherheit erhöhen. Zur Kaderknappheit sagte Iraola, die offensichtliche Lücke anerkennend: Wir können nicht über Spieler sprechen, die im Moment nicht unsere sind, aber es ist offensichtlich, dass wir versuchen, diese Position zu verbessern oder zu besetzen, weil wir nicht die Zahlen haben. Ich hoffe, wir haben bald gute Nachrichten, aber wir sind noch nicht so weit.
Auf der anderen Seite des Technikbereichs steht der österreichische Trainer Oliver Glasner bei Nottingham Forest vor einer noch unbeständigeren Situation. Nach zwei aufeinanderfolgenden Heimniederlagen gegen Leeds United – einer 1:0-Niederlage in der Liga, gefolgt von einem 2:0-Pokalaus – erinnerte Glasner die Kritiker schnell an die jüngsten Schwierigkeiten des Vereins, wobei er betonte, dass der Kader neun Monate lang im Abstiegskampf verbracht und den wichtigen Mittelfeldspieler Elliot Anderson verloren hatte. Glasner lehnte jede Erwartung sofortiger Wunder ab und erklärte: Ich bin weder ein Magier noch ein Messias, nur harte Arbeit. Das ist es, was wir tun müssen.
Forest verschaffte seinem Trainer jedoch etwas Erleichterung, indem der Verein eine Rekordsumme von 45 Millionen Pfund ausgab, um Chelsea-Stürmer Liam Delap zu verpflichten. Doch strukturelle Probleme bleiben bestehen. Forest tritt in Anfield als deutlicher Außenseiter an, wobei das Datenanalyseunternehmen Opta Liverpool eine 61,1-prozentige Siegchance gegen Forests 18,2 Prozent einräumt. In 124 historischen Begegnungen zwischen den Klubs siegte Liverpool 61 Mal im Vergleich zu Forests 33. Im letzten Aufeinandertreffen im Februar erzielte Alexis Mac Allister in der 97. Minute den Siegtreffer für die Reds.
Verletzungen erschweren die Lage für beide Trainer zusätzlich. Liverpool muss weiterhin auf Hugo Ekitike, Conor Bradley, Giovanni Leoni und Joe Gomez verzichten. Währenddessen muss Forest ohne den Verteidiger Nicolo Savona und Mittelfeldspieler Ryan Yates auskommen, zusätzlich zu Fitnesszweifeln bei Neco Williams und Morgan Gibbs-White. Während der Anpfiff am Samstag näher rückt, suchen beide Seiten nach Stabilität in einem unvorhersehbaren August-Markt.
Verfasst von Sandy van Dongen
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