Salmonellen und die langsame Maschinerie der belgischen Verwaltung

Ein monatelanger Eierkontaminationsskandal offenbart die Grenzen staatlicher Aufsicht.

Salmonella and the Slow Machinery of Belgian Governance

Die belgische Bürokratie hat einmal mehr ihre besondere Fähigkeit unter Beweis gestellt, ein einfaches Problem in eine langwierige administrative Saga zu verwandeln. Diesmal ist die Waffe der Wahl das bescheidene Hühnerei. Mindestens 306 Menschen in ganz Belgien sind an Salmonellenvergiftung erkrankt, nachdem sie kontaminierte Eier der Firma Laerco, einem kommerziellen Betrieb in Geel, gegessen hatten.

Die Geschichte begann bereits Ende April, als Labortests erstmals das Vorhandensein des Erregers in der Geeler Anlage feststellten. Einen Monat später leiteten die Regulierungsbehörden einen großangelegten Rückruf ein und versicherten der Öffentlichkeit, dass das Problem auf nur eines der vier Hühnerställe des Standortes beschränkt sei. Doch als die Zahl der Erkrankungen über den Sommer weiter anstieg, wurde schmerzlich klar, dass das Vertrauen der Regulierungsbehörden fehl am Platz war.

Spätere Tests ergaben schließlich, dass sich die Bakterien still und leise auf einen zweiten Hühnerstall ausgebreitet hatten, was die belgische Föderale Agentur für die Sicherheit der Lebensmittelkette dazu zwang, den Betrieb vollständig einzustellen und eine zweite Rückrufwelle einzuleiten. Zu diesem Zeitpunkt hatten kontaminierte Produkte bereits die Regale großer Einzelhandelsriesen wie Colruyt, Delhaize, Aldi und Carrefour überschwemmt.

Was eine routinemäßige Eindämmungsübung hätte sein sollen, entwickelte sich stattdessen zu einem internationalen Problem. Der Rückruf wurde auf das benachbarte Luxemburg ausgeweitet, während die Gesundheitsbehörden gezwungen waren, mehrere andere europäische Nationen – darunter die Niederlande, Frankreich, Italien und Portugal – zu benachrichtigen, die möglicherweise kontaminierte Lieferungen erhalten hatten.

Wenn staatliche Regulierungsbehörden mehr Zeit mit der Verwaltung von Papierkram verbringen, als grundlegende Biosicherheitsstandards durchzusetzen, werden die Kosten direkt an Verbraucher und Unternehmen weitergegeben. Salmonellen sind keine geringfügigen Unannehmlichkeiten; die Infektion verursacht schwere Magen-Darm-Erkrankungen, hohes Fieber und kann bei anfälligen Bevölkerungsgruppen tödlich verlaufen. Wie eine Infektion in mehreren Hühnerställen monatelang unter den wachsamen Augen eines ausgedehnten staatlichen Überwachungsapparats unentdeckt bleiben konnte, ist eine Frage, die belgische Verbraucher zu Recht stellen sollten.

Geschrieben von Sandy van Dongen sandy.vandongen@alpineweekly.com