USA ziehen alle B-1-Bomber von britischem Stützpunkt im Zentrum von Terrorermittlungen ab
Die Bomber sind in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Sechs Verdächtige wurden auf Kaution freigelassen – eine Entscheidung, die Trump als Fehler bezeichnete und die das Vereinigte Königreich verteidigt.
Die Vereinigten Staaten haben am Sonntag bestätigt, dass sie alle B-1-Bomber von der RAF Fairford abgezogen haben, dem britischen Luftwaffenstützpunkt, der im Mittelpunkt einer Antiterror-Ermittlung nach einem mysteriösen Sicherheitsvorfall im letzten Monat stand.
Die Polizei wurde am 27. September zu dem Stützpunkt im Südwesten Englands gerufen, nachdem ein lokaler Landwirt eine Gruppe Männer in mehreren Lieferwagen gemeldet hatte, die sich an „verdächtigen“ Aktivitäten beteiligten. Der Vorfall zwang die Behörden, 85 Häuser in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts zu evakuieren, von dem aus die USA Angriffe gegen den Iran durchgeführt hatten.
Ermittler fanden keine Sprengstoffe in den Lieferwagen, aber die Antiterrortruppe sagte, es sei „eine gewisse Menge Benzin“ darin entdeckt worden.
Ein Pentagon-Sprecher erklärte in einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung: „Wir können nun bestätigen, dass alle US-Bomber, die auf der RAF Fairford stationiert waren, zu ihren ständigen Basen in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt sind.“ Die Mitteilung betonte, dass „operationelle Sicherheitsüberlegungen es uns nicht erlaubten, Bewegungen unserer Kräfte und Mittel in Echtzeit zu bestätigen.“
Die Spekulationen über das Motiv reichten von einer terroristischen Bedrohung bis zu einem einfachen Kraftstoffdiebstahl, vor dem Hintergrund rekordhoher Energiepreise in Großbritannien in dieser Woche. Der britische Premierminister Andy Burnham sagte, es g gebe „ernsthafte Gründe zu der Annahme, dass der Iran eine Rolle“ in der Episode gespielt habe. Teheran hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.
Die sechs Londoner Bewohner, die im Zusammenhang mit dem Fall verhaftet wurden, darunter ein britischer Staatsbürger mit iranischem Pass, wurden auf Kaution freigelassen – eine Entscheidung, die Kritik aus Washington hervorrief. „Das hätte ich nicht getan“, sagte US-Präsident Donald Trump Reportern, während sein Außenminister Marco Rubio erklärte, „ein ausländischer Akteur sei daran beteiligt.“
Die iranische Botschaft in London erklärte, sie „weise jede Andeutung einer Beteiligung Teherans kategorisch zurück und verurteile sie aufs Schärfste.“
Im März erlaubte das Vereinigte Königreich Washington, die RAF Fairford für „spezifische Verteidigungsoperationen gegen den Iran“ zu nutzen. Seitdem wurden amerikanische Bomber und andere Flugzeuge wiederholt beim Starten und Landen auf dem Stützpunkt beobachtet. Fairford ist der einzige Luftwaffenstützpunkt auf dem britischen Festland, der für diese Zwecke genutzt wird.
Vorerst sind die Bomber weg. Die Ermittlungen gehen weiter. Die Verdächtigen sind auf Kaution frei. Und die Frage, was genau am 27. September in der Nähe der RAF Fairford geschah – ein Terroranschlag, ein Treibstoffdiebstahl oder etwas ganz anderes – bleibt unbeantwortet. Klar ist, dass die Episode die Beziehungen zwischen London und Washington in einer Zeit belastet hat, in der beide bereits einen fragilen Waffenstillstand im Nahen Osten navigieren.
Geschrieben von Martina Kirchner martina.kirchner@alpineweekly.com