
Feuergefecht über der Landebahn: Houthi-Angriffe bergen das Risiko einer regionalen Eskalation
Raketenangriffe in der Nähe von Verkehrsflugzeugen und Tiefschlagversuche gegen Saudi-Arabien offenbaren einen sich intensivierenden Kampf um die Handelskorridore im Roten Meer.

Kommerzielle Luftfahrt und aktive Kriegsgebiete sind ungleiche Partner, doch zivile Verkehrsknotenpunkte bleiben ein bequemes Druckmittel in den anhaltenden Stellvertreterkriegen des Nahen Ostens. Die jüngste Salve ballistischer Raketen und bewaffneter Drohnen, die auf den internationalen Flughafen von Aden zielte, zeigt, wie dünn die Linie zwischen routinemäßiger Logistik und Massenunglücken geworden ist.
Ein aus Kairo kommendes Passagierflugzeug musste seine Landung abbrechen und nach Jeddah umgeleitet werden, nachdem mindestens zwei Houthi-Ballistikraketen und ein Schwarm Drohnen den Flugplatz getroffen hatten. Eine Rakete detonierte nur wenige Minuten vor der geplanten Landung des Zivilfluges in der Nähe der Landebahn und zwang die Verkehrsverantwortlichen, das Terminal zu evakuieren und Flugzeuge vom Rollfeld zu entfernen. Das jemenitische Verkehrsministerium bemerkte, dass der Angriff einen Zivilflug leicht in eine schreckliche humanitäre Katastrophe hätte verwandeln können, die das Leben Dutzender unschuldiger Menschen in einem Augenblick gefordert hätte.
Obwohl Houthi-Sprecher behaupteten, ihr Beschuss habe ausschließlich saudische Militärgüter im angrenzenden Badr-Lager betroffen, war das operative Ergebnis klar: eine vollständige Störung des primären Zugangs der nicht-Houthi-Enklave. Die Rebellengruppe demonstrierte gleichzeitig ihre weitreichenden Ambitionen, indem sie eine Rakete auf Riad abfeuerte, die nördlich der saudischen Hauptstadt abgefangen wurde. Koalitionssprecher Generalmajor Turki al-Maliki erklärte, dass der Militärgeheimdienst den Startort in der Nähe von Sanaa verfolgt und sich zur Zerstörung verpflichtet habe.
Dieser doppelgleisige Beschuss fällt mit einem heftigen Bodenkampf in der südwestlichen jemenitischen Provinz Taiz zusammen. Regierungstruppen, unterstützt von Saudi-Arabien, haben eine anhaltende Gegenoffensive gestartet, um den strategischen Rotmeerhafen Mocha und die umliegende Meerenge Bab al-Mandeb zu sichern. Die taktische Dominanz entlang dieser Küstenhandelsrouten hängt von der Kontrolle des Hochlands östlich von Mocha ab, wo intensive Kämpfe um Bergstellungen andauern.
Während sich die regionalen Spannungen neben dem größeren Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran verstärken, weitet sich die Sicherheitspräsenz am Golf aus. Pakistan und die Türkei haben bereits zugestimmt, gegenseitige Verteidigungsmaßnahmen mit Riad zu aktivieren und Truppenentsendungen zur Stärkung der territorialen Integrität Saudi-Arabiens zuzusagen. Wenn internationale Flugkorridore zu Zielgebieten werden, ist der Preis des strategischen Stillstands nicht länger auf die Grenzen des Jemen beschränkt.
Geschrieben von Andreas Hofer
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