Portugal führt neue EU-App ein, um Grenzkontrollverzögerungen am Flughafen Lissabon zu reduzieren

Die Plattform „Travel to Europe“ ermöglicht die Vorabregistrierung von Reisedaten, während die Behörden lange Warteschlangen bewältigen

Portugal hat eine neue mobile Anwendung der Europäischen Union eingeführt, die darauf abzielt, Staus an der Grenzkontrolle zu verringern, während die Behörden nach Wegen suchen, die anhaltenden Verzögerungen im Zusammenhang mit dem neuen Einreisesystem des Blocks zu bewältigen.

Die App namens „Travel to Europe“ ermöglicht es Reisenden von außerhalb der EU, persönliche und reisebezogene Informationen vor der Ankunft einzureichen. Nutzer können den Vorgang bis zu 72 Stunden vor ihrer Reise abschließen, einschließlich des Ausfüllens eines kurzen Fragebogens zu den Einreisebestimmungen.

Die Idee ist einfach: einen Teil des Papierkrams vom Flughafen auf die Telefone der Passagiere verlagern. In der Praxis ist dies ein Versuch, ein Problem anzugehen, das am Flughafen Lissabon allzu sichtbar geworden ist, wo lange Warteschlangen an der Passkontrolle zu einem regelmäßigen Merkmal geworden sind – insbesondere da die Hauptreisezeit näher rückt.

Die Verzögerungen sind eng mit der Einführung des im Oktober zur Modernisierung des Grenzmanagements in der gesamten EU eingeführten Einreise-/Ausreisesystems (EES) verbunden. Während das System die Nachverfolgung und Sicherheit verbessern soll, hat seine Implementierung zu langsameren Bearbeitungszeiten geführt, wobei die Datenverarbeitung zu einem wichtigen Engpass geworden ist.

Die neue App ersetzt keine Grenzkontrollen. Reisende müssen sich bei der Ankunft weiterhin den Beamten stellen. Durch die vorherige Übermittlung von Informationen hoffen die Behörden jedoch, die an jedem Kontrollpunkt verbrachte Zeit zu reduzieren – eine kleine Änderung, die, auf Tausende von Passagieren hochgerechnet, einen spürbaren Unterschied machen könnte.

Vorerst wird das System nur am Flughafen Lissabon eingeführt, mit Plänen, es in den kommenden Wochen auf andere Flughäfen auszuweiten.

Dieser Schritt folgt einer kritischen Bewertung durch die Europäische Kommission, die im Dezember eine unangekündigte Inspektion des Flughafens Lissabon durchgeführt hatte. Die Ergebnisse wiesen auf „schwerwiegende Mängel“ bei den Grenzkontrollverfahren hin, was die portugiesische Regierung zu sofortigen Maßnahmen veranlasste.

Zu den ergriffenen Maßnahmen gehörte eine vorübergehende dreimonatige Aussetzung des EES am Flughafen sowie der Einsatz von zusätzlichem Personal. Im Januar wurden 24 Beamte der Guarda Nacional Republicana zur Verstärkung der Grenzoperationen und zur Bewältigung der Wartezeiten abgestellt.

Bedenken hinsichtlich Verzögerungen beschränken sich nicht auf Portugal. Ähnliche Szenen wurden seit der schrittweisen Einführung des neuen Systems in mehreren EU-Ländern gemeldet, wobei einige Reisende über Nacht warten mussten.

Vor diesem Hintergrund stellt die neue App einen praktischen – wenn auch bescheidenen – Versuch dar, den Prozess zu vereinfachen. Ob sie die Warteschlangen erheblich reduzieren wird, bleibt abzuwarten, aber für Reisende, die in der Schlange stehen, könnten selbst ein paar Minuten weniger an der Passkontrolle wie ein Fortschritt wirken.

Geschrieben von Andreas Hofer