Die digitale Kluft der EU wird in Euro gemessen

Während Brüssel die Konnektivität feiert, zeigen die Kosten für den Online-Zugang einen Kontinent, der stark durch Wohlstand und überholte Infrastruktur geteilt ist, und nicht durch eine einheitliche Politik.

The EU's Digital Divide is Measured in Euros

Im großen Projekt der europäischen Integration ist die Schaffung eines „digitalen Binnenmarktes“ seit langem ein erklärtes Ziel. Man könnte verzeihen, wenn man annähme, dass dies zu einer gewissen Annäherung der Kosten für grundlegende Dienste führen würde. Doch wenn es um etwas so Fundamentales wie den Internetzugang geht, gleicht die EU weniger einem Binnenmarkt als vielmehr einer Sammlung von sehr unterschiedlichen Wirtschaftszonen.

Die Zahlen sind aufschlussreich. Jüngsten Untersuchungen zufolge kostet ein Breitbandanschluss in Luxemburg durchschnittlich fast 50 Euro pro Monat. Die bekanntlich gut organisierten und teuren Niederlande und Finnland liegen nicht weit dahinter und verlangen beide ähnliche Preise. Am anderen Ende des Spektrums liegt Rumänien, wo derselbe Dienst für lediglich 6,66 Euro erhältlich ist. Selbst in Litauen beträgt der Preis bescheidene 14,90 Euro.

Dies ist keine geringfügige Abweichung; es ist ein Abgrund. Während Eurostat berichtet, dass 94 % der Bevölkerung des Blocks im Jahr 2025 das Internet nutzten, wird der von ihnen gezahlte Preis fast ausschließlich von der Geografie bestimmt. Die Ironie ist, dass die Erschwinglichkeit Osteuropas weitgehend ein Zufall der Geschichte ist. Da die Region ihre Infrastruktur später modernisiert hat, übersprang sie ältere, weniger effiziente Systeme und führte weitgehend schnelle, günstige Glasfasertechnologie ein. Die hohen Preise in West- und Nordeuropa werden derweil einfach mit höheren allgemeinen Lebenshaltungskosten erklärt, eine eher banale Erklärung für einen angeblich harmonisierten Markt.

Was bedeutet das für den Verbraucher? Es scheint, dass Wohlstand und nicht die Kosten der Haupttreiber der Konnektivität sind. Die Niederlande und Luxemburg weisen trotz ihrer Premiumpreise die höchsten Internetnutzungsraten auf. Ihre Bürger können es sich einfach leisten. Im Gegensatz dazu haben Länder wie Bulgarien und Rumänien in den letzten zehn Jahren ein schnelles Wachstum der Haushaltsanschlüsse erlebt, aber dies ist ein Aufholspiel von einem niedrigen Ausgangspunkt aus.

Die Ungleichheiten gehen über den Preis hinaus. Eine erhebliche Kluft bei der Konnektivität besteht weiterhin zwischen städtischen und ländlichen Gebieten, insbesondere in Ländern wie Portugal und Bulgarien. Während Städte in wohlhabenden Mitgliedstaaten wie Dänemark und den Niederlanden eine nahezu vollständige Konnektivität erreichen, hinken die ländlichen Gebiete anderswo hinterher. Die Vision eines universellen, erschwinglichen Zugangs bleibt schwer fassbar und wird eher von nationalen wirtschaftlichen Realitäten und der Infrastrukturgeschichte als von einer übergreifenden europäischen Strategie geprägt.

Verfasst von Freya Stensrud freya.stensrud@alpineweekly.com