NASAs nächste Mondbesatzung bereitet sich auf eine Mission vor, die nicht dorthin führen wird

Die Artemis-III-Mission hat ihre Astronauten, doch das Ziel wurde auffällig von der Mondoberfläche auf eine technische Generalprobe direkt über unseren Köpfen heruntergestuft.

NASA's Next Moon Crew Prepares for a Mission That Won't Go There

Es hat eine gewisse administrative Poesie, die Besatzung für eine Mondmission anzukündigen, die tatsächlich nirgendwo in ihre Nähe kommen wird. Die NASA hat genau das getan und die vier Personen benannt, die Artemis III fliegen werden. Die Mission behält ihren großen Titel, doch ihr Ziel wurde leise und tiefgreifend geändert. Die Stiefel, die Mondstaub aufwirbeln sollten, werden fest in einer Kapsel verbleiben, die die Erde umkreist.

Das für diese terrestrische Orbitalreise ausgewählte Team ist natürlich hochqualifiziert. Die Mission wird von NASA-Astronaut Randy Bresnik kommandiert, wobei der Astronaut der italienischen Raumfahrtagentur Luca Parmitano als Pilot fungiert. Dazu kommen die Amerikaner Andre Douglas und Frank Rubio als Missionsspezialisten. Es ist eine Besatzung mit der Erfahrung und den Referenzen, die man für eine historische Mondlandung erwarten würde, was den überarbeiteten Flugplan nur noch auffälliger macht.

Anstatt einer Reise zum Südpol des Mondes wird Artemis III nun im niedrigen Erdorbit operieren, einer Weltraumregion, die nicht viel weiter entfernt ist als die Internationale Raumstation. Die Hauptaufgabe besteht darin, an Prototypen von Mondlandern anzudocken, ein kritisches, aber entschieden weniger romantisches Ziel als das Aufstellen einer Flagge. Die große Vision einer einwöchigen Oberflächenerkundung, die erste seit Apollo 17 im Jahr 1972 die Mondoberfläche verlassen hat, wurde auf einen unbestimmten zukünftigen Zeitpunkt verschoben.

Diese im Februar angekündigte Anpassung stellt eine erhebliche Neukalibrierung des Zeitplans und der Fähigkeiten des Artemis-Programms dar. Dennoch stellt die offizielle Erzählung dies nicht als Rückschlag, sondern als notwendiges und komplexes Unterfangen dar. NASA-Administrator Jared Isaacman beschrieb die überarbeitete Mission als eine, die ein beeindruckendes Maß an Koordination zwischen Regierungs- und kommerziellen Partnern erfordert, und nannte sie die komplexeste Startreihe der Geschichte. Man könnte fragen, ob Komplexität allein das Maß für Fortschritt ist.

Vorerst ist die Reise zurück zum Mond zu einer Generalprobe in unserem eigenen Vorgarten geworden. Während jeder bemannte Raumflug ein ernstes Unterfangen ist, ist die Kluft zwischen dem ursprünglichen Versprechen von Artemis III und seiner aktuellen Realität immens. Bei der Mission geht es nicht mehr um Erkundung im klassischen Sinne, sondern um technische Validierung. Die Besatzung wird die Hardware testen, aber der Traum einer dauerhaften menschlichen Präsenz auf einer anderen Welt bleibt vorerst genau das: ein Traum, der ein paar hundert Kilometer über uns kreist.

Verfasst von Thomas Nussbaumer thomas.nussbaumer@alpineweekly.com