
Basels 360-Millionen-Franken-Batterietempel
Ein aufwendiges kommunales Infrastrukturprojekt zeigt, wie Schweizer Finanzkraft den grünen Übergang bemerkenswert unkompliziert macht.

Wenn ein Schweizer Kanton beschließt, grün zu werden, geschieht dies selten mit einem bescheidenen Budget. In Basel gibt der städtische Verkehrsbetreiber Basler Verkehrsbetriebe 360 Millionen Schweizer Franken aus, um sein Bussystem zu überholen. Das Herzstück dieses Vorhabens ist das Depot Rank, eine weitläufige vierstöckige Anlage, die ungefähr die Größe eines Fußballfeldes hat. Das Gebäude, das 144 Fahrzeuge aufnehmen und laden soll, benötigt 68 Kilometer Elektrokabel und beherbergt zwei riesige Zisternen zur Sammlung von Regenwasser für die Reinigung der Flotte.
Der Zeitplan ist ambitioniert: Jeder Stadtbus in Basel muss bis Dezember 2027 klimaneutral betrieben werden. BVB-Direktor Bruno Stehrenberger räumt ein, dass der Kauf von Elektrobussen höhere Anfangsinvestitionen erfordert als der Kauf herkömmlicher Verbrennungsmodelle. Geringere Wartungskosten und schwankende Dieselpreise sollen die Flotte jedoch langfristig wirtschaftlich machen. Das Standardladen in der mehrstöckigen Garage dauert vier Stunden, obwohl leistungsstarke Schnellladegeräte eine 80-prozentige Ladung in zehn Minuten liefern können.
Basels Infrastrukturausgaben spiegeln einen breiteren Trend in der Schweiz wider. Der Verband öffentlicher Verkehr hat ein branchenweites Ziel für die vollständige Elektrifizierung bis 2040 festgelegt, wobei große Verkehrsbetriebe in Zürich, Bern, Luzern, Zug und die PostAuto AG das Jahr 2035 anstreben. Kleinere Gemeinden wie Schaffhausen, Kreuzlingen und Sion treiben ihre Flottenumstellung ebenfalls voran.
Die finanzielle Unterstützung des Bundes macht diese Transformation wesentlich leichter verdaulich. Das Schweizer Bundesamt für Verkehr, das unter der nationalen Richtlinie zur Erreichung von Netto-Null-Kohlenstoffemissionen bis 2050 arbeitet, hilft Verkehrsbetreibern, die Übergangskosten zu bewältigen. Die Bundesbehörden haben bereits Förderanträge in Höhe von rund 40 Millionen Franken genehmigt, um den Kauf neuer Fahrzeuge zu subventionieren.
Anfang 2026 zeigen nationale Statistiken, dass 850 der 7.300 öffentlichen Busse der Schweiz batterieelektrisch sind, was etwas mehr als 11 Prozent der aktiven Flotte ausmacht. Berücksichtigt man traditionelle Oberleitungs-Trolleybusse, steigt der elektrifizierte Anteil auf 18 Prozent. Schätzungen der Branche deuten darauf hin, dass der Ersatz eines einzelnen Dieselbusses 80 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einspart, was eine starke Rechtfertigung für die Investition darstellt.
Selbst PostAuto, der landesweit tätige ländliche Busbetreiber, macht schnell Fortschritte. Zehn Jahre nach der Inbetriebnahme der ersten beiden Elektrobusse in Saas-Fee bereitet der Betreiber die Umstellung seiner gesamten 2.000 Fahrzeuge umfassenden Flotte bis 2035 vor. Auf der jüngsten Branchenmesse Bus 26 waren Diesel- und Gasfahrzeuge Fehlanzeige, vollständig ersetzt durch Batterie- und Wasserstoffkonzepte. Der Schweizer Nahverkehr hat seinen Weg gewählt, und da die öffentlichen Kassen gut gefüllt sind, ist der Kauf einer umweltfreundlicheren Flotte einfach eine Frage der Unterschrift.
Verfasst von Andreas Hofer andreas.hofer@alpineweekly.com



