Süditalien von Erdbeben der Stärke 6,2 erschüttert – aber keine Schäden gemeldet

Das Beben ereignete sich in 250 Kilometern Tiefe vor der tyrrhenischen Küste Kalabriens und war in Neapel, Sizilien und Apulien zu spüren. Die ungewöhnliche Tiefe verhinderte Zerstörung.

Ein starkes Erdbeben erschütterte in der Nacht zum 2. Juni weite Teile Süditaliens. Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie verzeichnete ein Beben der Stärke 6,2 mit Epizentrum im Meer vor der tyrrhenischen Küste Kalabriens, nahe Belmonte Calabro in der Provinz Cosenza. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von 250 Kilometern.

Das Beben war entlang der tyrrhenischen Küste, in Neapel und im Vesuv-Gebiet sowie in mehreren Teilen Kalabriens, der Basilikata, Apuliens und Siziliens deutlich zu spüren. Trotz seiner Stärke wurden bisher keine Schäden gemeldet.

Nach dem Beben kontaktierte die regionale Zivilschutzbehörde die dem Epizentrum am nächsten gelegenen Gemeinden, darunter Amantea, Cetraro und Lamezia Terme. Es wurden keine Schadensmeldungen empfangen. Der Bürgermeister von Cosenza, Franz Caruso, erklärte, die Situation sei unter Kontrolle. Feuerwehrleute führten Überprüfungen entlang der tyrrhenischen Küste im Raum Cosenza durch, um mögliche Probleme zu identifizieren.

Wie konnte ein Erdbeben der Stärke 6,2 keine Schäden verursachen? Die Antwort liegt in seiner Tiefe. Das Beben ereignete sich etwa 250 Kilometer unter der Oberfläche – eine ungewöhnlich große Tiefe, die die Intensität der Erschütterungen an der Oberfläche reduzierte. Obwohl es über ein weites Gebiet zu spüren war, verpuffte ein Großteil seiner Energie, bevor sie die Oberfläche erreichte, was das Risiko von Schäden an Gebäuden und Infrastruktur begrenzte.

Laut INGV ist das Erdbeben mit der Subduktion der ionischen Lithosphäre unter Kalabrien verbunden, einem geologischen Prozess, der typisch für das südliche Tyrrhenische Meer ist. Das Gebiet ist durch häufige tiefe seismische Aktivität gekennzeichnet und hat zuvor Erdbeben mit einer Stärke von über 5 mit Hypozentren ähnlich dem des Bebens vom 2. Juni verzeichnet.

Vorerst können die Süditaliener ihr Glück kaum fassen. Ein Erdbeben der Stärke 6,2 – und niemand verletzt, keine Gebäude eingestürzt, keine Brücken zerstört. Die tiefe Erde verschonte sie vor dem, was die flache Erde hätte zerstören können. Doch der Boden bebte dennoch. Und die Erinnerung wird lange nach dem Ende des Bebens bleiben.