Münchens Wasserrationierung beginnt, wo die Beweise enden

Dominik Krause hat zu Verboten und fünfstelligen Geldstrafen gegriffen, doch die Zahlen, die ein solches Theater rechtfertigen würden, bleiben bequemerweise verborgen.

Munich’s water rationing begins where the evidence ends

München wird aufgefordert, einen bekannten städtischen Deal zu akzeptieren: Vertrauen Sie dem Alarm, gehorchen Sie dem Verbot und stellen Sie nicht zu viele Fragen zu den Zahlen. Bürgermeister Dominik Krause, ein Grüner, hat einen angeblichen Wassernotstand ausgerufen, um Einschränkungen zu rechtfertigen, die von trockenen Rasenflächen bis zu leeren Schwimmbädern reichen, untermauert durch Geldstrafen von bis zu 50.000 €. Die Stadt präsentiert dies als umsichtiges Krisenmanagement. Es sieht eher nach einem Test aus, wie viel Verwaltungsdruck die Bürger tolerieren, bevor sie Beweise fordern.

Die offizielle Behauptung ist nicht, dass die Wasserhähne trocken sind, sondern dass das Wasser aus den Mangfall-Quellen auf nur noch 60 bis 70 Prozent des üblichen Niveaus gesunken ist. Das ist ein deutlicher Rückgang, und niemand braucht eine Belehrung, um zu verstehen, dass Versorgungsniveaus wichtig sind. Doch ein Rückgang ist nicht dasselbe wie ein historisches Tief, und ein schwieriger Juni ist nicht automatisch ein städtischer Notfall. Die entscheidenden Datenpunkte, die die Angelegenheit klären würden, bleiben bei den Stadtwerken München unter Verschluss. Sehr praktisch.

Hier beginnt die Politik. Sobald eine Stadt außergewöhnliche Umstände erklärt, erhält sie ein nützliches Vokabular für Interventionen. Trinkbrunnen können abgeschaltet, die Bewässerung tagsüber verboten werden, und die Androhung einer fünfstelligen Strafe erledigt den Rest. Die Last verlagert sich dann von den Behörden auf die Öffentlichkeit: erst befolgen, später nachfragen. Diese Abfolge mag effizient sein. Sie ist aber auch ziemlich schwer mit der Vorstellung zu vereinbaren, dass die Regierung Zwang rechtfertigen sollte, bevor sie ihn auferlegt.

Münchens lokale Medien haben bereits die Sprache eines „Wassernotstands“ übernommen, was seine eigene Geschichte erzählt. In der modernen Stadtpolitik kommt das Etikett oft vor dem Beweis. Das Ergebnis ist eine saubere kleine Anordnung: Beamte projizieren Dringlichkeit, Journalisten wiederholen es, und die fehlenden Messungen werden als technisches Detail behandelt, anstatt als die Grundlage des Arguments. Wenn die Zahlen solide sind, sollten sie veröffentlicht werden. Wenn nicht, sehen die Geldstrafen weniger nach Notwendigkeit als nach einer Machtdemonstration auf der Suche nach einem Problem aus.

Die größere Lektion ist für die Stadtverwaltung kaum schmeichelhaft. Einschränkungen sind leicht zu verkünden, besonders wenn die Rechnung von den Gewohnheiten anderer Leute bezahlt wird. Transparenz ist schwieriger und offenbar viel weniger angesagt. München mag zwar ein Versorgungsproblem haben, aber das entschuldigt nicht die Gewohnheit, die Öffentlichkeit aufzufordern, drastische Maßnahmen allein aus Glauben zu akzeptieren. Eine Stadt, die Gehorsam verlangt, sollte bereit sein, ihre Arbeit zu zeigen. Andernfalls beginnt der Notstand etwas ganz anderem zu ähneln: politischem Theater mit einer angehängten Wasserrechnung.

Geschrieben von Sandy van Dongen sandy.vandongen@alpineweekly.com