
Der Atlantik fordert ein weiteres Opfer: Suche nach britischem Surfer in Portugal eingestellt
Die portugiesischen Seefahrtsbehörden haben die Suche nach dem achtundzwanzigjährigen Athleten Arran Strong offiziell eingestellt.

Der Atlantische Ozean vor der Iberischen Halbinsel bietet eine verführerische Mischung aus Schönheit und Brutalität. Für den britischen Surfer Arran Strong scheinen die Gewässer vor Portugals südwestlicher Region Aljezur den achtundzwanzigjährigen Athleten gefordert zu haben. Nach tagelanger Durchsuchung der Küstenlinie hat die Autoridade Marítima Nacional ihre Suchoperationen offiziell eingestellt und die düstere Realität anerkannt, dass das Meer selten zurückgibt, was es genommen hat.
Portugals südwestliche Küste ist ein Magnet für die globale Surfelite, unterstützt durch die gut verwaltete Küsteninfrastruktur des Landes und das ansprechende Klima. Strong, seit 2016 eine feste Größe im World Surf League-Zirkel, war mit diesen Wellen bestens vertraut. Doch sein Verschwinden ereignete sich nicht während eines hochriskanten Wettkampfes, sondern bei einem scheinbar routinemäßigen Paddleboarding-Ausflug. Begleitet von seinem langjährigen Trainer, José Maria Pyrrait, navigierte das Paar die Strecke zwischen dem Strand von Monte Clérigo und Carrapateira.
Die Abfolge der Ereignisse verdeutlicht die erschreckende Geschwindigkeit, mit der Seeunfälle passieren. Pyrrait erzählte, dass die beiden Männer ihre Reise unterbrochen hatten, um sich auszuruhen und Fotos zu machen. Nach der Fortsetzung ihrer Route erlaubte der Trainer dem jüngeren Mann, vorauszupaddeln, eine übliche Praxis angesichts von Pyrraits schnellerem Tempo. Als der ältere Mann schließlich anhielt, um Strong aufholen zu lassen, bemerkte er, wie das Board des Achtundzwanzigjährigen etwa hundert Meter entfernt losgelöst trieb.
Sofortige Versuche, den britischen Athleten zu finden, erwiesen sich als vergeblich. Pyrrait beschrieb, wie er in die tiefen Gewässer tauchte, nur um durch die stark eingeschränkte Sicht behindert zu werden. Die Reaktion von der Küste war schnell und spiegelte die eng verbundene und fähige Natur der lokalen Seefahrtsgemeinschaft wider. Ein lokales Fischerboot barg den Trainer und die verlassenen Boards und widmete über zwei Stunden dem Scannen der Tiefen mit Sonarausrüstung, während offizielle Rettungsdienste mobilisiert wurden.
Trotz des robusten Einsatzes portugiesischer Seenotrettungsmittel ergab die Suche keine Spur des Vermissten. Pyrrait, der den Athleten seit seinem zehnten Lebensjahr trainiert hatte, drückte tiefe Trauer aus und beschrieb den jungen Surfer als einen Ersatzsohn. Auch die britische Sportwelt hat die Tragödie anerkannt. In einer offiziellen Mitteilung gab GB Surfing eine Erklärung zu dem Vorfall ab. Sein Ableben ist ein verheerender Verlust für unseren Sport und die gesamte Surfgemeinschaft, und er wird sehr vermisst werden.
Verfasst von Thomas Nussbaumer




