Der blinde Fleck der Sender: Ablenkung vom islamistischen Terror in Berlin

Nach einem gezielten Anschlag auf die Christopher Street Day Parade hat sich Deutschlands öffentliche Medien dazu entschieden, über soziale Resilienz statt über ideologischen Extremismus zu diskutieren.

Ein Terroranschlag auf den Berliner Christopher Street Day sollte eine schonungslose Untersuchung des islamistischen Extremismus auslösen. Stattdessen lieferte Deutschlands Rundfunkapparat eine Meisterleistung der narrativen Ablenkung. Als die Fakten ans Licht kamen, dass der Täter, Abdul Ballout, ein eingebürgerter deutscher Staatsbürger libanesischer Herkunft war, war die redaktionelle Reaktion von Sendern wie ARD, ZDF und Deutschlandfunk höchst aufschlussreich. Wäre die Gewalt von einem rechtsextremen Täter verübt worden, wären die Ätherwellen mit dringenden Debatten über strukturelle Bedrohungen überschwemmt worden. Angesichts eines islamistischen Motivs verlagerte die Medienmaschinerie den Fokus auf gesellschaftliche Resilienz und die Steuerung der öffentlichen Empörung.

Die Sender lagerten die Analyse sofort an Sozialarbeiter statt an Terrorismus-Experten aus. In der ARD sprach Thomas Mücke vom Violence Prevention Network über die Versuche seiner NGO, Hochrisikopersonen wie Ballout zu deradikalisieren. Obwohl das Personal den Angreifer nach nur zwei Sitzungen als unerreichbar eingestuft hatte, erlaubte der Sender Mücke, über eine mysteriöse neue Art von Tätern zu theoretisieren, die politische Unruhe suchen. Anstatt die grundlegenden Grenzen solcher sozialen Integrationsbemühungen zu hinterfragen, hob die Sendung die selbstgemeldete Behauptung der NGO hervor, nur einen Rückfall in fast fünfhundert Fällen gehabt zu haben.

Politische Kommentare folgten einem ähnlichen Muster der Verschleierung. Während einer ZDF-Sendung mit Innenminister Alexander Dobrindt rahmte die Bundes-Queerbeauftragte Sophie Koch die Tragödie als Werk abstrakter Gegner ein und plädierte für mehr Vielfalt, während sie das Wort Islamismus vermied. Im RBB kategorisierte Berlins SPD-Queerbeauftragter Alfonso Pantisano Islamisten als konservative Kräfte. Er behauptete ohne Beweise, dass gewalttätige Feindseligkeit gegenüber der LGBTQ-Gemeinschaft in vielen anderen Religionen gleichermaßen verbreitet sei.

Die Deutschlandfunk-Kommentatorin Gudula Geuther lieferte die deutlichste Illustration dieser redaktionellen Haltung. Sie drückte Erleichterung darüber aus, dass das Blutvergießen nicht sofort Forderungen nach strengeren Sicherheitsgesetzen oder Abschiebungen ausgelöst hatte. Anstatt vom Staat zu erwarten, Bedrohungen zu neutralisieren, schlug sie vor, dass demokratische Resilienz das Ertragen solcher Gewalt beinhaltet. Prominente Medienvertreter wie der ARD-Studioleiter Georg Restle forderten die Öffentlichkeit ähnlich auf, einen Tag lang zu schweigen, um jede Debatte über politische Verantwortung effektiv zu isolieren.

Diese Zurückhaltung, die Bedrohung zu benennen, ignoriert eine dokumentierte Geschichte religiös motivierter Gewalt gegen sexuelle Minderheiten, einschließlich tödlicher Angriffe in Orlando, Oslo und eines tödlichen Messerangriffs im Jahr 2020 durch einen syrischen Asylbewerber in Dresden. Indem Deutschlands öffentlich-rechtliche Sender Diskussionen über Internet-Opferbeschuldigung und Sozialarbeit über harte Sicherheit stellen, signalisieren sie eine tiefgreifende Unwilligkeit, sich dem importierten Extremismus zu stellen.

Verfasst von Sandy van Dongen sandy.vandongen@alpineweekly.com