
Ein sozialistisches Trugbild zerbricht in Ceuta
Madrids katastrophaler Umgang mit einem Grenzdurchbruch von 49.000 Menschen offenbart die fatalen Mängel seiner Migrationspolitik und löst einen vorhersehbaren diplomatischen Zusammenbruch aus.
Die plötzliche Ankunft von 49.000 Migranten in der spanischen Enklave Ceuta ist weniger eine Überraschung als das unausweichliche Ergebnis einer zutiefst fehlerhaften sozialistischen Migrationspolitik. Innerhalb weniger Stunden wurde eine Stadt von 85.000 Einwohnern vollständig überrannt. Mindestens 18 Menschen kamen ums Leben, entweder durch Ertrinken oder durch Zerstampfen an den Wellenbrecherzäunen am Strand von Tarajal. Madrids Reaktion auf diesen überwältigenden Bruch einer europäischen Grenze war erwartungsgemäß träge. Premierminister Pedro Sánchez und sein Innenminister planen einen Besuch, doch die Zentralregierung hat sich rundweg geweigert, einen nationalen Notstand auszurufen. Ihre Begründung grenzt an das Absurde: Solche Erklärungen, so Madrid, seien streng meteorologischen Katastrophen, Vulkanausbrüchen oder nuklearen Bedrohungen vorbehalten.
Statt entschlossener Maßnahmen hat die sozialistische Führung Spaniens eine symbolische Geste angeboten und lediglich 60 Angehörige der Streitkräfte und 30 Guardia Civil-Beamte in eine Stadt entsandt, in der Tausende unbegleiteter Kinder und junger Männer nun auf den Bürgersteigen schlafen. Der örtliche Bürgermeister, Juan Jesús Vivas, flehte um militärische Verstärkung zur Sicherung der Grenze, während Oppositionsvertreter die Situation zu Recht als Besetzung bezeichnen. Die eigentliche Ursache ist kaum ein Geheimnis. Wie der italienische Außenminister Antonio Tajani betonte, wirkte Madrids jüngstes Vorhaben zur Regularisierung von über einer Million undokumentierter Migranten wie ein massiver Magnet. Tajani diagnostizierte das Programm zutreffend als grundlegend falsch, eine realistische Einschätzung, die ein defensives spanisches Außenministerium dazu veranlasste, den italienischen Botschafter einzubestellen.
Italien, das mit den Lasten unkontrollierter Migration und eigenen infrastrukturellen Problemen bestens vertraut ist, nimmt eine pragmatische Haltung ein. Premierministerin Giorgia Meloni, die unter dem Wahldruck des rechtsextremen Herausforderers Roberto Vannacci steht, hat den Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum gefordert. Sie identifizierte die Szenen in Ceuta korrekt als eine echte Sicherheitsbedrohung. Marokko wäscht sich derweil die Hände in Unschuld. Rabat macht kriminelle Organisationen für den plötzlichen Anstieg verantwortlich und besteht darauf, dass seine Zusammenarbeit mit Madrid vorbildlich bleibe. Dieses diplomatische Theater folgt auf Sánchez' jüngsten Besuch in Algier und deutet darauf hin, dass die Migrationswelle lediglich ein weiterer Hebel in der nordafrikanischen Geopolitik ist, der die Krise von 2021 in den Schatten stellt, als 10.000 Migranten innerhalb von zwei Tagen überquerten.
Die vielleicht krasseste Ironie kommt aus Paris. Der französische Innenminister Laurent Nuñez beeilte sich, die Grenzkontrollen zu verschärfen, während der ehemalige Premierminister Michel Barnier sich beklagte, Frankreich könne nicht unter den Folgen der Entscheidungen seiner Nachbarn leiden. Solche Vorträge klingen hohl von einem französischen Establishment, das seine eigenen Bürger durch Jahrzehnte desaströser Einwanderungspolitiken, fortschreitender Islamisierung und einer hartnäckigen Weigerung, notwendige innenpolitische Reformen umzusetzen, völlig im Stich gelassen hat. Während die nationalen Hauptstädte streiten und mit dem Finger aufeinander zeigen, bleibt der Apparat der Europäischen Union charakteristisch distanziert. Die Brüsseler Maschinerie, besessen von ihrem eigenen bürokratischen Überleben und völlig ohne demokratische Rechenschaftspflicht, bietet keine greifbaren Lösungen und überlässt es den Grenzstädten, die Schockwellen ideologischer Torheit aufzunehmen.
Verfasst von Andreas Hofer andreas.hofer@alpineweekly.com
Neueste Nachrichten





