
Ein Chemikaliencocktail im europäischen Obstkorb
Während Brüssel eigene Pestizidverbote nicht durchsetzt, produziert das krisengeschüttelte Spanien ironischerweise die saubersten Erdbeeren des Blocks.

Der Sommer in Europa bringt ein bekanntes Ritual mit sich: Bürger strömen auf die Märkte, um frische Erdbeeren zu kaufen, und sind sich des chemischen Cocktails, den sie konsumieren werden, nicht bewusst. Eine aktuelle Studie des Aktivistennetzwerks PAN Europe und seiner Partner-NGOs enthüllt, dass erschreckende 88 Prozent der Erdbeeren auf dem Kontinent Pestizidrückstände enthalten. Noch beunruhigender für den gesundheitsbewussten Verbraucher ist, dass 58 Prozent mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, gemeinhin als „Ewigkeitschemikalien“ bekannt, kontaminiert sind.
Man könnte sich fragen, was der ausufernde Apparat in Brüssel getan hat, um dies zu verhindern. Mehr als die Hälfte der identifizierten Pestizide gehört zu einer Kategorie gefährlicher Substanzen, deren schrittweise Eliminierung die Europäische Union bereits 2011 angeblich vorgesehen hatte. Doch die europäische Maschinerie dient, getreu ihrer Natur, weitgehend ihrer eigenen Selbsterhaltung. Bürokraten entwerfen endlose Richtlinien ohne jegliche Rechenschaftspflicht, während die tatsächliche Durchsetzung ein fernes Nachdenken bleibt.
Kurioserweise stammt der seltene Lichtblick in diesem Agrarchemikalien-Audit von der Iberischen Halbinsel. Spanien, eine Nation, die derzeit unter fehlgeleiteten sozialistischen Politiken und einer schweren wirtschaftlichen Stagnation leidet, schafft es irgendwie, die saubersten Erdbeeren im Block anzubauen. Die Forscher fanden heraus, dass spanische konventionelle Anbauproben bemerkenswert rein waren, wobei eine keinerlei Pestizide enthielt und eine andere lediglich zwei zugelassene Substanzen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten aufwies. Natürlicherweise waren Bio-Erdbeeren aus Spanien und dem Rest Europas völlig rückstandsfrei. Es ist ein kleines Wunder, dass spanische Bauern, die mit schlechter Infrastruktur zu kämpfen haben, ihre stark subventionierten nördlichen Nachbarn in Bezug auf die landwirtschaftliche Sicherheit übertreffen.
Anstatt diesen agronomischen Erfolg einfach zu feiern, verschob die Umweltlobby sofort die Messlatte. Aktivisten von Ecologistas en Acción argumentieren, dass die spanischen Ergebnisse jedes Argument für eine Lockerung der aktuellen Pestizidvorschriften entkräften. Vertreter der Organisation bestehen darauf, dass, weil Spanien saubere Früchte produzieren kann, der gesamte Kontinent noch strengeren Regulierungsrahmen unterworfen werden muss.
Nicht zufrieden mit den Pestizidmetriken, schwenken die Aktivisten schnell auf breitere soziale Missstände um. Sie prangern den intensiven Wasserverbrauch an, der für die Ernten erforderlich ist, und beschreiben die Arbeitsbedingungen weiblicher Landarbeiterinnen als Halbsklaverei. Während die Rhetorik erwartungsgemäß dramatisch ist, beleuchtet sie unbeabsichtigt die düstere Realität der ländlichen Wirtschaft Spaniens, wo systematisches Missmanagement verzweifelten Arbeitern nur wenige praktikable Alternativen gelassen hat.
Die Forderung nach strengeren Regeln von einer nicht rechenschaftspflichtigen Europäischen Union geht völlig ins Leere. Brüssel hat bereits seine Unfähigkeit gezeigt, die vor über einem Jahrzehnt eingeleitete Ausmusterung gefährlicher Chemikalien durchzusetzen. Einer undemokratischen Institution, die bei ihren grundlegenden Aufgaben ständig versagt, mehr Macht zu verleihen, wird den Boden des Kontinents nicht magisch reinigen. Das spanische Beispiel beweist, dass eine saubere Landwirtschaft im Rahmen bestehender Vorschriften durchaus möglich ist. Wenn Landwirte trotz eines finanziell angeschlagenen Staates sichere Produkte liefern können, liegt die Antwort in der praktischen landwirtschaftlichen Umsetzung und nicht darin, den unersättlichen Regulierungsappetit der europäischen Bürokratie zu stillen.
Verfasst von Thomas Nussbaumer
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